Kalenderblatt: 23. November
Eine Opernbühne wird zerstört, der Weltbühne der Prozess gemacht und ein Friedensnobelpreis kommt zu spät, ...
Letzte Änderung: 22.11.2017, 22:49 Uhr
  • Objekt nicht mehr vorhanden

    1931: Carl von Ossietzky wird vom Reichsgericht wegen Landesverrats zu anderthalb Jahren Haft verurteilt. Als verantwortlicher Redakteur war er wegen eines in der von ihm zusammen mit Kurt Tucholsky herausgegebenen Wochenzeitschrift „Die Weltbühne“ erschienenen Artikels angeklagt worden. In dem Artikel hatte ein Luftfahrexperte neben den Expansionsbestrebungen der Lufthansa die Existenz diverser Tarngesellschaften und –abteilungen in der deutschen Luftfahrtindustrie gegeißelt, in denen die Reichswehr den heimlichen Aufbau einer Luftwaffe vorantreibe, was ein klaren Verstoß gegen die Auflagen des Versailler Vertrages darstellte.
  • Korrespondenz von Carl von Ossietzky an Rosalinde von Ossietzky

    Korrespondenz
    1936: Das norwegische Nobelpreiskomitee erkennt Carl von Ossietzky den Friedensnobelpreis für das Jahr 1935 zu. Freunde und Familie hatten bereits 1934 eine Kampagne zur Verleihung des Nobelpreises gestartet, um internationalen Druck aufzubauen, damit Ossietzky aus den nationalsozialistischen Konzentrationslagern freikommen könne. Ossietzky hatte bei der Reichspräsidentenwahl 1932 den kommunistischen Kandidaten Ernst Thälmann unterstützt, weil er hinter dem schließlich gewählten Hindenburg bereits Hitler zur Macht aufsteigen sah. Noch in der Nacht des Reichstagsbrands am 28. Februar 1933 wurde Ossietzky verhaftet und ins KZ Sonnenburg, später ins KZ Esterwegen (eines der „Moorsoldaten“-KZs im Emsland) verschleppt. Dort wurde Ossietzky mit Tuberkulose infiziert. Der Erfolg der Nobelpreiskampagne kam zu spät, Ossietzkys Gesundheit sollte sich nicht wieder erholen, auch aus diesen beiden Briefen der Eltern an Ossietzkys Tochter Rosalinde aus dem Oktober 1937 („Papy ist nicht sehr wohl …“) spricht keine Zuversicht. Am 4. Mai 1938 stirbt Carl von Ossietzky an den Folgen der Tuberkulose.
  • Wappentafeln aus der Universitätsmatrikel

    1477-1798 s.d., Stadtarchiv Mainz, Best. 18: Archiv der Universität
    1476: Papst Sixtus IV. erteilt die Approbation zur Errichtung der Universität Mainz, deren Gründung der Mainzer Erzbischof und Kurfürst Diether von Isenburg betrieben hatte. Die 1477 eröffnete Universität erlangt schnell einen guten Ruf, übersteht die Reformation und den Dreißigjährigen Krieg. In Folge der Wirren der Französischen Revolution, während derer in Mainz der erste demokratische Staat auf deutschem Boden (die „Mainzer Republik“, s. Favoritenliste vom 23. Juli) entstand, aber kommt der Lehrbetrieb zum Erliegen. Die heutige Johannes-Gutenberg-Universität wurde 1946 von der französischen Militärregierung wieder gegründet.
  • Deutsches Opernhaus

    Opernhaus
    1943: Bei einem Luftangriff wird das Deutsche Opernhaus Berlin von Bomben getroffen und weitgehend zerstört. Nach Kriegsende gastiert das Haus zunächst im Theater des Westens, bis 1957 die Ruine abgerissen und an gleicher Stelle ein Neubau errichtet wird. Die Eröffnung erfolgt 1961.