Wir sind die DDB: Das Archiv des Erzbistums Bamberg

Vom Archivportal-D

Die Bestände des Archivs des Erzbistums Bamberg gliedern sich in zwei große Abteilungen: Die ältere umfasst die Archive der kirchlichen Oberbehörden des Fürstbistums Bamberg bis zur Errichtung des Erzbistums (1818/21). Sie bildet den Grundstock des Archivs. Ältestes Dokument ist eine Urkunde aus dem Jahr 1178. Das Aktenmaterial (15. Jh. – ca. 1821) enthält u.a. Bistumsbeschreibungen, Verträge, Wahlkapitulationen, Testamente, Pfarr- und Dekanatsakten, Akten über Stifte, Klöster und Wohltätigkeitsanstalten sowie Steuerangelegenheiten. Die Protokollbände des Fürstbischöflichen Vikariats sind ab 1548 komplett erhalten.

Die jüngere Abteilung beinhaltet die Archive und Registraturen der kirchlichen Oberbehörden des Erzbistums Bamberg. Dabei erstreckt sich das heutige Bistumsgebiet über fast ganz Oberfranken, etwa die Hälfte von Mittelfranken und kleinere Teile von Unterfranken und der Oberpfalz (u.a. mit den Städten Nürnberg, Fürth, Erlangen, Ansbach und Rothenburg im Süden; Hof, Kulmbach, Bayreuth, Kronach und Coburg im Norden sowie Ebrach im Westen und Pegnitz im Osten). Im Laufe der Jahrhunderte änderte sich das Territorium des Bistums mehrmals, bis zur Reformation gehörten die Reichsstadt Nürnberg, die Territorien der Hohenzollern in Oberfranken und viele reichsritterschaftliche Gebiete zum Bistum. Bis 1759 waren einzelne Gebiete in Kärnten im Bamberger Besitz.

"Landschaft", ca. 1925 - 1950, Füssen (Lkr. Ostallgäu), Fotograf: Heinrich Mayer, Archiv des Erzbistums Bamberg (CC BY-SA 4.0 International)

Das Archiv des Erzbistums Bamberg betreibt intensiv Pfarrarchivpflege. Mittlerweile sind schon mehr als 2/3 der Archive der insgesamt 367 Pfarreien und Kuratien im Diözesanarchiv deponiert, wo sie geordnet, verzeichnet und damit der Forschung zugänglich gemacht werden. Über die Seelsorge und Kirchenbau hinaus bieten Pfarrarchive Quellen zur Armen- und Wohlfahrtspflege, zum Schulwesen sowie zu Grundbesitz und Pfründewesen. Die Matrikelbücher der Pfarreien sind seit Ende der 1970er Jahre zentralisiert und inzwischen digital im Lesesaal einsehbar.

Im Sammlungsbereich sind unterschiedliche Bestände zusammengefasst, z.B. Andachtsbilder, Ansichtskarten, Plakate, Gebete sowie eine umfangreiche Fotosammlung. Zahlreiche Nachlässe von Geistlichen, Künstlern, Architekten, Fotografen und katholischen Laien schließen oft Lücken in der amtlichen Überlieferung.

Seit Anfang des Jahres 2020 ist das Archiv des Erzbistums Bamberg mit der Beständeübersicht und einem kleinen Teil seiner Bestände in der Deutschen Digitalen Bibliothek und im Archivportal-D präsent. Unter anderen sind knapp 2000 Fotografien aus dem Nachlass von Prof. Dr. Heinrich Mayer (1881-1957) digital einsehbar. Neben Aufnahmen von Kirchen, Kleindenkmalen oder Häusern aus dem Bereich des Erzbistums sind hier auch Bilder von seinen Urlaubsreisen in Deutschland, Frankreich, Österreich, Polen und Böhmen erhalten. Sie dokumentieren oft die Original-Bausubstanz vor den Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg.

Das Erzbistum Bamberg in der Deutschen Digitalen Bibliothek

Beständeübersicht des Archivs des Erzbistums Bamberg im Archivportal-D